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Wo steckt die Intelligenz und lässt sie sich überhaupt präzise messen? - Foto von: © psdesign1 - Fotolia.com

Wo steckt die Intelligenz und lässt sie sich überhaupt präzise messen? - Foto von: © psdesign1 - Fotolia.com

Immer wieder hört man von Menschen mit einem besonders hohen Intelligenzquotient, kurz IQ. Doch was sagt der IQ wirklich über die Intelligenz eines Menschen aus? Lässt sie sich überhaupt messen?

Was ist Intelligenz?

Die Debatte führt schnell in verzwickte philosophische Gefilde. Denn was überhaupt soll Intelligenz sein und wo befindet sie sich? Ist sie materiell durch eine Messung wie dem Intelligenztest erfassbar, oder handelt es sich eher um eine theoretische Größe, die wissenschaftlich kaum fassbar ist? Ob es aber nur eine materielle oder auch eine geistige Welt gibt, darüber streiten Gelehrte, Theologen und Philosophen schon seit Jahrtausenden.

Unterschiedliche IQ-Tests nicht vergleichbar

Besser, man geht die Frage von der anderen Seite her an: Wie überhaupt funktioniert ein Intelligenztest? Leider lässt sich selbst diese einfache Frage nicht präzise beantworten. Die meisten Tests konzentrieren sich auf das räumliche Vorstellungsvermögen und erfassen vor allem die mathematischen und logischen Fähigkeiten eines Menschen. Andere Tests beachten zudem die sprachlichen Fähigkeiten. Nur ganz selten werden auch eigentlich relevante Faktoren wie das Allgemeinwissen, die Wahrnehmungsgeschwindigkeit und mechanische, musikalische, kreative und soziale Fähigkeiten beachtet. Das macht die Vergleichbarkeit zwischen zwei IQ-Werten hinfällig. Denn wenn Person A Test X und Person B Test Y absolviert hat, lassen sich die Ergebnisse logischerweise nicht ohne Weiteres miteinander vergleichen.

EQ statt IQ?

Problematisch ist auch, dass sich der Intelligenzquotient an die Zeit anpasst und von kulturellen Konzeptionen geprägt ist. Absolviert ein US-Amerikaner einen deutschen Intelligenztest wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich schlechter abschneiden als bei einem Test in seiner Heimat – obwohl seine Intelligenz sicherlich nicht von seinem jeweiligen Standort abhängt.

Die Frage, ob und wie sich Intelligenz erfassen, messen und vergleichen lässt, dürfte die verschiedenen Wissenschaftsbereiche noch lange beschäftigen – und wahrscheinlich niemals wirklich geklärt werden. Wurde nicht auch aus diesem Grund der EQ eingeführt, eine Kennzahl der emotionalen Intelligenz einer Person? Als Gegenentwurf zum meist rein logischen IQ erinnert der EQ zumindest daran, dass Intelligenz mehr als funktionales Wissen ist…

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