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Rund 5 000 Sinti und Roma leben in Schleswig-Holstein, 70 000 bundesweit.  - Foto von: © industrieblick - Fotolia.com

Rund 5 000 Sinti und Roma leben in Schleswig-Holstein, 70 000 bundesweit. - Foto von: © industrieblick - Fotolia.com

Der sechste Anlauf soll nun endlich erfolgreich sein: In Schleswig-Holstein wird entschieden, ob die Minderheit der Sinti und Roma in der Verfassung geschützt werden sollen. Sie würden der dänischen Minderheit und der friesischen Volksgruppe gleichgestellt. Matthäus Weiß, Vorsitzender des Verbandes für Sinti und Roma, kämpft seit 24 Jahren um sieben Worte, die das Leben der Menschen dieser Minderheit verbessern würde – sieben Worte, die in der Verfassung geändert werden müssten. Deutschlandweit sind es 70 000 Sinti und Roma, in Schleswig-Holstein etwa 5 000. Der größte Teil lebt in Kiel, Lübeck und den Hamburger Randgebieten.

Zieht nun auch die CDU mit?

Sinti und Roma sind in Deutschland bereits eine geschützte Minderheit. Die Änderung des 5. Artikels der Landesverfassung Schleswig-Holsteins wäre für Weiß ein Symbol, das Sicherheit geben würde. Dafür benötigt man jedoch eine Zweidrittel-Mehrheit im Landtag. Diese kam bisher jedoch nie zustande, da die CDU das Vorhaben mit der Begründung ablehnte, Sinti und Roma seien keine landesspezifische Minderheit. Dieses Mal wird die Mehrheit durch SPD, SSW, die Grünen, die Piraten und FDP erreicht. Und auch die CDU zeigt sich beim sechsten Anlauf zuträglich. Nachdem die Gesetzesänderung vollzogen ist, soll ein Gremium einberufen werden, das sich mit den Belangen der Sinti und Roma beschäftigen werde, so Minderheitsbeauftragte der Landesregierung Renate Schnack. Zusätzlich wird ein Projekt ausgebaut, das Chancen junger Sinti und Roma verbessern soll. Denn diese sind zurzeit nicht ausreichend.

Kinderbetreuung und Hilfe

Viele Jugendliche der Minderheit besuchen nicht regelmäßig die Schule, was auch mit Sprachschwierigkeiten einhergeht. Das Romanes, die Sprache der Sinti und Roma, ist keine Schreibsprache und wird nur mündlich weitergegeben, viele sind Analphabeten, darunter auch Matthäus Weiß. Er möchte, dass die Jugend es besser hat, als er. In einer staatlich geförderten Wohnsiedlung in Kiel Gaarden, in denen Sinti-Familien leben, werden Kinder auf Wunsch der Eltern betreut und unterstützt. Die Betreuer begleiten sie beispielsweise zu offiziellen Terminen der Schule, wie Zeugniskonferenzen. Es sollen in Zukunft noch mehr dieser Betreuer ausgebildet werden. Die Unterstützung der jungen Sinti und Roma sei schwierig, aber Erfolge seien zu sehen, so Weiß.

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