Du befindest Dich hier: Startseite » Ausbildung & Beruf » Nicht immer einfach, aber oft nötig: Interim-Management

Das Interim-Management, eine relativ neue Wortschöpfung für ein schon älteres Phänomen, ist für jeden Betriebswirtschaftler eine große Herausforderung im Hinblick auf seine fachliche und soziale Kompetenz. Wie der Wortstamm „interim“ – aus dem Lateinischen kommend und mit „einstweilen“ zu übersetzen – schon andeutet, bleibt der Interimsmanager nur vorübergehend im Unternehmen, um eine Krise zu bewältigen, einen Personalnotstand zu kompensieren oder ein vorhandenes Team bei einer unlösbar scheinenden Aufgabe zu unterstützen. Welcher dieser Fälle auch zutrifft, immer trifft der Interimsmanager auf eine akute Krisensituation und eine Anzahl hoher Erwartungen an seine Person und Fähigkeiten, die oft aus verschiedenen Lagern kommen und sich nicht immer decken.

Typischerweise ist dies der Fall, wenn mit der Phase des Interimsmanagement bekanntermaßen Budgetkürzungen und personelle Veränderungen einhergehen werden, und der Interimsmanager sich dann an der Front zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Betriebs- und Aufsichtsrat wiederfindet. Um in einer solchen angespannten Atmosphäre ein effektives und nachhaltiges Interim-Management durchführen zu können, braucht es einer bestimmten Persönlichkeitsstruktur und viel Erfahrung. Denn der Interimsmanager ist – im Gegensatz zum Beispiel zum externen Unternehmensberater, mit dessen prinzipiellem Aufgabenfeld einige Deckungsgleichheit besteht – eigenverantwortlich für die von ihm in der Phase des Interims-Managements getroffenen Entscheidungen, da er vollständig in die Unternehmensstruktur eingegliedert ist.

Gleichzeitig kommt er von außen, hat also keine eigenen Erfahrungswerte hinsichtlich der Strukturen und Abläufe des Unternehmens. Interimsmanager müssen daher eine große Empathie-Fähigkeit und Intuition für die verschiedenen, in Krisenzeiten oft verfahrenen Interessenlagen innerhalb der Abteilungen und Hierarchiestrukturen mitbringen. Sie dürfen die vorhandenen Probleme – besonders, wenn es sich um strukturell und betriebsbedingte Kündigungsfälle handelt – nicht an sich herankommen lassen, und sie dabei gleichzeitig in all ihren Facetten begreifen. Dieses gilt allerdings nur für Manager auf Zeit, die „Feuerwehr“ spielen müssen. Es gibt auch den umgekehrten Fall, in dem ein Unternehmen so schnell wächst, dass es zu wenige auf einen Fachbereich spezialisierte Manager hat. Auch in diesem Fall können die Kapazitäten durch einen Interims-Manager kurzfristig ergänzt und dabei das Risiko klein gehalten werden. Bild: Petra Bork  / pixelio.de

Schlagwörter: , ,

© 2014 Weiss gar nix. - Alle Rechte vorbehalten. Impressum.