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Wie sinnvoll ist das Deutschlandstipendium überhaupt? Empfänger der Begabtenförderung kennen die vielen Vorurteile zu genüge, die ihnen immer wieder begegnen: Wer das Deutschlandstipendium bekommt, braucht es doch sowieso nicht, die Spaltung der Studenten in Überflieger und Normolas ist ungerecht, damit verschärft das Stipendium lediglich die Ungleichheit zwischen Studierenden, obwohl es ja genau für das Gegenteil geplant war.

Doch Befürwörter des Stipendiums widersprechen scharf: Schließlich ist ein Stipendium keine Sozialleistung für bedürftige Studierende – solcherlei Subventionen gibt es ja ebenfalls – sondern gedacht für Studenten, die eben besonders viel Fleiß und Mühe in ihr Studium stecken. Nur wer konstant beste Noten liefert, erhält die 300 Euro im Monat. Noch dazu dürfen die Hochschulen bei der Vergabe der Plätze mitentscheiden: Ob also einzig der Notenschnitt eine Rolle spielt oder auch Faktoren wie das soziale Engagement oder Teilnahme an Uni-Gremien berücksichtigt werden, ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Auch das Vorurteil, das Stipendium ist deshalb ungerecht, weil es zum Teil von der Industrie finanziert wird, die naturgemäß Geisteswissenschaftler diskriminieren, wird von Befürwörtern zurückgewiesen.

Doch wer hat Recht in der Debatte? In der Tat ist es ein Fakt, dass rund ein Drittel des Geldes aus Drittmitteln zusammenkommt. Dafür dürfen die Geldgeber dann auch zu zwei Dritteln entscheiden, welcher Fakultät und welchem Fach das Geld zu Gute kommen soll – und zwar nicht nur ihr Anteil. Und Unternehmen dafür zu begeistern, etwa Philosophen zu fördern anstatt Ingenieure – das muss eine Hochschule erst einmal hinbekommen! Doch nicht nur die Fachrichtung diskriminiert, so die Gegner weiter, sondern auch der Standort der Hochschule. Während rund um München viel Geld für das Deutschlandstipendium eingesammelt wird, gehen Studenten in schwachen Regionen wie Brandenburg oder Thüringen fast komplett leer aus.

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