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© panthermedia.net/Andres Rodriguez

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In der Vergangenheit musste jeder Abiturient, der den Wunsch hatte, ein Medizinstudium aufzunehmen, ein Einser-Abi nachweisen. Nur über den Numerus Clausus konnte er einen Studienplatz an einer der begehrten Universitäten erhalten. Das scheint nun der Vergangenheit anzugehören. Mittlerweile reicht es, wenn Papa viel Geld hat. Studienbewerber können im Ausland mit einer ordentlichen finanziellen Hilfe der Eltern beinahe alles studieren. Wer keine Eins vor dem Komma hat und auch keine wohlhabenden Eltern, der kann sich seinen Traum als Soldat erfüllen, denn mit einer 2,1 hat man gar keine Chance auf einen der begehrten Studienplätze im Bereich Medizin, außer bei der Bundeswehr.
Da bleiben nur noch die drei Möglichkeiten: Privatuni, Bundeswehr oder Ausland.

Und wie das funktioniert? An einer privaten Universität wie der Uni in Witten/Herdecke zahlt man ca 41.000 Euro für seine Ausbildung. Dafür bekommen auch Abiturienten mit einem Notendurchschnitt von 3,0 einen Studienplatz. Wer das nötige Kleingeld nicht hat, der sollte sich mal überlegen, ob er nicht in die Bundeswehr eintreten möchte. Hier hat jeder eine reelle Chance, denn im Schnitt bekommen 20 Prozent der Bewerber einen Studienplatz. Neben dem Studium absolviert man jedoch auch eine militärische Ausbildung. Danach verpflichtet man sich für mindestens 17 Jahre bei der Bundeswehr.

Wer einfach nur ein Studium abstauben möchte, der ist hier fehl am Platz. Für den bleibt nur noch die Ausreise ins Ausland. An der Universität in Budapest ist es einfacher einen Studienplatz zu erhalten, als in Deutschland. Doch es sollte jedem Interessenten bewusst sein, dass die Mediziner, die an dieser Universität studiert haben, in Deutschland nicht hoch angesehen sind. Ist es doch jedem bewusst, dass nur diejenigen nach Budapest gehen, die es hier nicht schaffen einen Studienplatz zu bekommen.

2 Kommentare

  1. andreas sagt:

    Ob man sich wirklich für die Bundeswehr verpflichten will, ist die andere Sache. Zwar wird man zum Großteil als Arzt eingesetzt, Grundausbildung und Dienst an der Waffe übt man trotzdem. Ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren Leuten helfen zu wollen und sie aber auch erschießen zu müssen. So eine Doppelmoral hat aber bestimmt der ein oder andere. Ich pauke lieber fleißig für mein Abi.

  2. Also ich kann beide Seiten verstehen. Bundeswehr und die Motivation dahinter finde ich prinzipiell doof und da man sich ja auch immer verpflichten muss für etliche Jahre kann man auch nicht sagen, dass man seine Ausbildung dort macht und dann woanders hingeht. Aber auf der anderen Seite finde ich es auch blöd, wie die Vergabe der Studienplätze in Deutschland geregelt ist im Fach Medizin. Wieso muss man denn ein 1,0 -Abi haben um Arzt zu werden in der “freien Wirtschaft”?!

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