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© PRILL Mediendesign - Fotolia.com

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Am 3. und 4. Juni 1989 wurden Proteste der Bevölkerung in Beijing vom chinesischen Militär gewaltsam niedergeschlagen. Der “Platz des Himmlischen Friedens” wurde zum Haupt-Schauplatz erkoren, obwohl es hier zu keinen Todesfällen kam. Bei der Niederschlagung des Aufstands wurden vor allem in anderen Teilen der Stadt zwischen 300 und 3000 Menschen getötet. Die Zahlen weichen so stark voneinander ab, weil offiziell die Rede von 300 toten Soldaten und Zivilisten war, das Rote Kreuz am 4. Juni allerdings 2.600 Opfer verzeichnete. Bei den Aufständischen handelte es sich um Verfechter der chinesischen Demokratiebewegung, auch viele Studenten. Die Forderungen umfassten unter anderem mehr Meinungs- und Pressefreiheit, das Recht, unabhängige Organisationen gründen zu können und vieles mehr. Ähnlich wie bei der aktuellen Occupy-Bewegung wurden sie als “vielfältig, manchmal ungezielt und oft naiv” eingeschätzt.

Viele kennen das ikonische Foto des Mannes im weißen Hemd, der eine Reihe Panzer aufhält, indem er sich ihnen in den Weg stellt. Am 5. Juni 1989 brachte dieser Mann 17 Panzer vor dem Platz des Himmlischen Friedens zum Stehen. Antony Thomas hat 2006 einen Dokumentarfilm über den Vorfall gedreht, den er “The Tankman” betitelte. Er hat Augenzeugen interviewt, die sich erinnern, dass der Panzermann mit den Einkaufstaschen die Panzer fünf oder sechs Minuten in Schach gehalten habe, indem er sich ihnen in den Weg stellte und auf den ersten sogar raufgeklettert ist. Danach sei er von einigen Männern, die die Szene unter einer Menge Zuschauern beobachteten, weggezerrt worden.

Was ist aus dem Mann geworden? Wurde er damals von der Polizei geschnappt und hingerichtet? (Ein Opfer mehr wäre an diesen Tagen nicht ins Gewicht gefallen.) Es wird vermutet, dass er einfach irgendwo in der Menge verschwunden ist und heute noch in China lebt.

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